Erfahrungsbericht über den Einsatz von Seramis in der Kultur von Orchideen
12.04.2010Übermittelt von User: schulzesylvia
Dies ist ein vorläufiger Bericht zu meinen Erfahrungen im Umgang mit dem Pflanzensubstrat für Orchideen von Seramis. Dieser Bericht resultiert aber lediglich aus den Umgang mit diesem Substrat über ca. zwei Monate. Da das für das Gedeihen von Pflanzen ein sehr kurzer Zeitraum ist, kann noch keine pauschale Auskunft über die Güte des Substrates geliefert werden. Manchmal ergeben sich Tücken erst mit der Zeit.
Im Januar bekam ich mein Whisprs Testpaket in einem Superzustand. Am 09.02. begann ich mit dem Experiment „Seramis und Orchidee“. Aus meinem Orchideenbestand von ca. 150 verschiedenen Orchideen wählte ich 15 aus, die ein Umsetzen nötig hatten. Das Substrat war zum Teil verbraucht oder die Wachstumsergebnisse unbefriedigend. Niemand sollte bekanntlich Orchideen ohne triftigen Grund umsetzen.
Einige Pflanzen, die einen schlechten Gesamteindruck zeigten, wurden, um sie besser vor Verdunstung zu schützen, zusätzlich mit einem durchsichtigen Plastikbeutel überstülpt. So wurde eine bessere Luftfeuchte und eine „gespannte“ Luft erzeugt.
Um eine objektive Bewertung des Wachstums im neuen Substrat zu ermöglichen, stellte ich die Pflanzen bewusst nicht getrennt von den anderen Pflanzen.
Die weitere Pflege
Auf Grund meiner vielen grünen Pfleglinge (Ich pflege neben Orchideen noch einige Hundert anderer Pflanzen) hatte ich mir vorgenommen, meine in Seramis getopften Pflanzen nicht anders zu behandeln als die Restlichen ihrer jeweiligen Art.
Alle Orchideen werden von mir täglich morgens mit temperiertem Regenwasser eingenebelt. Die nassen Blätter sollten, um Brandflecken zu vermeiden, nicht der Sonne ausgesetzt werden. Die Pflanzen müssen auch bis zum Abend, damit keine Faulstellen entstehen, abgetrocknet sein.
Die Pflanzen werden ein Mal alle 14 Tage für mindestens eine Stunde getaucht. Dazu wird in den Übertopf temperiertes Regenwasser gegossen, das dann wieder abgegossen wird. Ist die Luft sehr trocken und warm, das Substrat also eher abgetrocknet, muss diese Prozedur eventuell schon nach einer Woche erfolgen.
Pflanzen, die sich im Wachstum befinden, werden aller zwei bis drei Wochen mit einer Orchideendüngerlösung besprüht. Die Konzentration sollte nie höher sein, als auf der Packung angegeben, eher niedriger. Dabei werden die Blätter und die oberen Wurzeln völlig eingenässt. Die Pflanzen dürfen dabei, bis sie völlig abgetrocknet sind, keinesfalls in der Sonne stehen.
Für die Pflanzen in Seramis verwendete ich den im Paket beigefügten Orchideendünger.
Zusätzlich kaufte ich mir noch „Seramis vitalisierende Blattpflege“. Dieses Produkt musste jedoch wieder abgesetzt werden, da es nicht von allen dickfleischig beblätterten Orchideen gut vertragen wurde.
Einschätzung
Nach neunwöchiger Pflege meiner Orchideen im neuen Substrat komme ich zu folgendem Ergebnis:
Gesunde Orchideen der gängigen Sorten lassen sich in Seramis sehr gut halten.
Da die Verdunstung auf Grund des sehr groben und festen Substrates allerdings sehr hoch ist und das Substrat nicht so viel Wasser speichert wie manch anderes Substrat, muss bei konventioneller Haltung, wie ich sie praktiziere, eventuell öfter gegossen werden als bei anderen Substraten. Das Substrat trocknet einfach schneller und gründlicher ab.
Das ist jedoch nicht unbedingt ein Nachteil. Immer noch werden sicherlich mehr Orchideen auf deutschen Fensterbrettern tot gegossen, als dass sie verdursten.
Viele Orchideen hassen nasse Füße.
Das Substrat verschlemmt sicher auch nicht so schnell, wie andere Substrate. Hier wird ein Langzeittest näheres zeigen.
Die Pflanzen entwickelten sich in Seramis sehr gut. Es gab keine Verluste. Ihre Blühfreudigkeit behielten sie bei, soweit man das nach der kurzen Pflegezeit bewerten kann.
Etwas gewöhnungsbedürftig war der rotbraune Schlamm, der nach den ersten beiden Wässerungen ablief. Er hat sich aber nicht als nachteilig erwiesen.
Zur Empfehlung, die Pflanzen in geschlossene Töpfe zu setzen:
Davon, Orchideen wie Hydropflanzen zu halten, halte ich prinzipiell nichts, denn Orchideenwurzeln sind ausgesprochen lufthungrig.
Es käme natürlich auf einen Versuch an, ich lasse mich gern belehren.
Hat man viele Pflanzen, sollte empfohlen werden, für alle das gleiche Substrat, also in diesem Falle Seramis, zu wählen, um der Arbeit halber einen gleichen Gießrhythmus zu gewährleisten.
Pflanzen in Seramis vertragen mehr Wasser als solche in anderen Substraten.
Seramis hat noch einen riesigen Vorteil: Seramis wird vor der Verwendung trocken gelagert, so verrottet es nicht.
Blumenerden werden in der Regel nicht mit einem Verfallsdatum versehen. So kann es bei anderen Substraten schon passieren, dass die für teures Geld eingekaufte feuchte Orchideenerde aus dem Baumarkt X schon einige Jährchen auf dem Buckel hat, der Schimmel fleißig wuchert bzw. das Substrat seine grobe Struktur schon aufgegeben hat. Das passiert bei Seramis nicht.
Seramis vitalisierende Blattpflege kann ich persönlich hingegen nicht für alle Orchideen empfehlen.
Mit freundlichem Gruß,
Ihre Sylvia S.
